Schlagzeug im Proberaum aufnehmen – Schritt für Schritt

Schlagzeug aufnehmen im Proberaum

Schlagzeug im Proberaum aufnehmen – Schritt für Schritt

Einleitung

Hier lernt Ihr Step by Step wie ihr ein Schlagzeug ganz einfach selbst Zuhause oder im Proberaum aufnehmen könnt.

Ein gestimmtes Schlagzeug ist mehr Wert als ein guter Raum

Wer sein Schlagzeug Zuhause im Keller oder im Proberaum der eigenen Band aufnehmen möchte sollte sich vorerst nicht so viele Gedanken um den Raum machen, sondern mehr um den Klang des Schlagzeugs. Sicherlich spielt der Raum auch eine prägende Rolle, wo ich mich in den folgenden Beiträgen noch mehr mit beschäftigen werde, aber wenn euer Kit nach Mülltonne klingt, hilft euch der Akustik optimierte Proberaum, geschweige denn ein teurer Studioraum soviel wie eine Kupplung von XLR auf Gardena.

Ihr solltet euch im Voraus im Klaren sein welchen Sound ihr im Nachhinein für eure Produktion bevorzugt. Ob Jazz, Rock/Pop oder Metal. Hier kann mit der richtigen Auswahl und dem Stimmen der Felle den gewünschten Sound erzielen. Ausgenommen bei euch ist der Wohlstand ausgebrochen und ihr leistet euch ein altes Ludwig oder Gretch Set. Das steht wiederum auf einem anderen Blatt und würde den Rahmen sprengen.

Jetzt aber!

Das Material

Ihr gönnt eurer geliebten Schießbude einen Satz neue Felle inklusive Moongel-Pads!

Moongel Pads
Moongel Pads

Das sollte Pflicht und Mindestanforderung für jede Mittelklasse Aufnahme sein. Hier unterscheidet man grundsätzlich zwischen:

  • Ein- und Doppelschichtigen Fellen
  • Clear – Fellen (durchsichtig)
  • Coated – Fellen (beschichtet, meistens weis)
  • Öl -Fellen
  • Natur – Fellen

 

Zu den Eigenschaften ist zu sagen dass Doppelt beschichtete und Ölfelle einen kürzeren Ton haben. Sie klingen trocken und können gegenüber den Einschichtigen Fellen mehr Attack vor dem Mikrofon erzeugen. Natur und Coated Felle findet man mehr im Klassischen Bereich und weißen einen deutlich dumpferen Sound auf.

Das Stimmen

Alle Schrauben beliebig anziehen und Los gehst. Natürlich nicht! Das wäre zu einfach! Hierzu habe ich ein eher Medium kurzes aber informatives Video von den Drumfreaks und Justmusic herausgesucht.

Ein Tipp von mir ist das Aufziehen der Felle 2 Tage vor Aufnahmebeginn. Zieht die Felle gleichmäßig aber pralle fest an und leiht euch bei der Frau eures Vertrauens einen Haarföhn aus. Damit erhitzt Ihr das Fell ca. eine Minute am Kesselring entlang und zieht nochmal eine Umdrehung nach. Wenns knackt habt ihr alles richtig gemacht. Lasst die Drums eine Nacht ruhen und das Fell hat sich eurem Kessel angepasst. Damit erhöht ihr die langfristige Stimmstabilität und ärgert euch im Nachhinein nicht über ein verstimmtes Tom o. Ä. Wer drückt schon gerne die Zahnpasta wieder in die Tube. Entropie!

Der Sound

Für einen guten Rock Sound sollten Schlagfell und Resonanzfell so gespannt sein, dass die Spannschrauben gerade so greifen. Die Felle können somit nicht ewig schwingen und der Sound wird „punchig“. Wenn das noch nicht reicht helfen jetzt unsere Moongel-Kissen für Snare und Toms. Experimentiert herum bis ihr die gewünschte Tonlänge oder Dämpfung gefunden habt.

 

Fazit

Ein gestimmtes Schlagzeug hat mehr Priorität als ein akustisch optimierter Raum. Kauft euch neue Felle oder leitet den Drummer an sich darum zu kümmern.


 

Wenn ihr die Paar Schritte schon mal befolgt habt können wir uns über den Raum und Raumklang unterhalten. Dazu gibt es in Kürze den nächsten Bericht.

Ich freue mich über Fragen und eure Erfahrungen. Haut die Kommentare raus wenn euch was fehlt. Wir lernen jeden Tag dazu.

Bleib sauber.

Christian Benner

 

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